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Brandschutz

Heiße Tipps

Haus & Markt sprach mit dem Experten Lutz Hennig zum Thema Brandschutz.
Lutz Hennig (VGH)
Weit verbreitet ist die Annahme, die tödlichste Gefahr bei Wohnungsbränden gehe von der extremen Hitze aus. Das ist so nicht richtig: Die meisten Brandopfer erliegen Kohlenmonoxidvergiftungen, während sie friedlich in ihren Betten schlafen.

 

Herr Hennig, was empfehlen Sie als vorbeugende Maßnahme?

Schadenverhüter und Lebensretter Nummer eins sind Rauchmelder für die eigenen vier Wände. Wenn es brenzlig wird, schlägt der empfindliche kleine Helfer sofort Alarm. Am besten installiert man in jedem Zimmer eines der preiswerten, unauffälligen Geräte.

 

In Bad und Küche benötigt man spezielle Melder, da Dämpfe und Feuchtigkeit sonst Fehlalarme auslösen können. Für ein paar Euro kann sich so die ganze Familie zuverlässig schützen. Da die Auswahl groß ist, bietet das VDS-Prüfsiegel beim Kauf eine gute Entscheidungshilfe.

 

Wo finden sich Gefahrenquellen im Haus?

Zu den häufigsten Brandursachen gehören Schäden in elektrischen Anlagen. Um sich davor zu schützen, sollten Bewohner die Funktion und den jeweiligen Standort der Haustechnik kennen.

 

Zudem sollte die Betriebsbereitschaft des Fehlerstromschutzschalters — RCD (früher FI) — einmal im Monat durch Betätigen der Prüfvorrichtung getestet werden. Der Schalter dient als Schutz gegen Berührungsspannung. Sie bewirkt, dass der elektrische Strom durch den Körper fließt. Um sich vor Stromunfällen, die im Extremfall tödlich enden können, zu schützen, bedarf es eines RCD von 30 Milliampere (30 mA) oder kleiner.

 

Grundsätzlich gilt: Sämtliche Elektroanlagen dürfen nur vom Fachmann errichtet, erweitert oder verändert werden. Ohne entsprechende Ausbildung an elektrischen Installationen herumzubasteln ist verboten.
Um im Notfall rasch und richtig reagieren zu können, ist es außerdem wichtig, dass Mieter und Eigentümer sich mit der Brandschutzordnung und Notfallmaßnahmen vertraut machen.

 

Jeder Haushalt steckt inzwischen voller Technik. Was ist mit diesen Geräten?

Elektrogeräte wie E-Herd, Wasch- und Spülmaschine, Trockner oder Brotbackautomat sollten nie unbeaufsichtigt arbeiten, es sei denn, der Hersteller weist in seiner Produktdokumentation ausdrücklich auf die Zulässigkeit des unbeaufsichtigten Betriebs hin. Darüber hinaus empfiehlt es sich, nicht benötigte Geräte vom Netz zu trennen, vor allem um Blitz- und Überspannungsschäden vorzubeugen.

 

Für viele gehören Kerzen und ein Kaminfeuer einfach zum gemütlichen Feierabend dazu. Was gilt hier?

Offene Flammen, wie Kerzen oder Kaminfeuer, dürfen nie unbeobachtet brennen. Mancher hat auch schon mit seinem Leben dafür bezahlt, dass er im Bett rauchte.

 

Besonderes Augenmerk sollte Kindern gelten. Sie gefährden sich selbst und andere, weil sie den Umgang mit Feuer und seine Gefahren falsch einschätzen. Daher ist es wichtig, mit Kindern den richtigen, altersgerechten Umgang mit Feuer zu üben.

 

Auch von Dachböden und Kellern gehen oft Brände aus. Deshalb ist es wichtig, dort keine festen Brennstoffe oder brennbare Flüssigkeiten zu lagern. Feuerhemmende Stahltüren können dort Leben retten.

 

Was tun, wenn es doch mal brennt?

Bricht ein Brand aus, müssen Betroffene alles Notwendige unternehmen, um den Schaden zu begrenzen. Ein gut zugänglicher Feuerlöscher ist für die effektive Bekämpfung des Brandherdes unerlässlich.

 

Zögern Sie aber keine Sekunde, die Feuerwehr zu rufen, wenn Sie die Flammen nicht sofort unter Kontrolle bekommen. Im Zweifelsfall zählt jede Minute, bis die Feuerwehr eintrifft! Alarmieren Sie umgehend Mitbewohner und Nachbarn, damit sie sich rechtzeitig vor gefährlichem Brandrauch und Flammen in Sicherheit bringen können. Je nach Schadenfall sind außerdem Polizei, Hausverwaltung und Versicherer zu informieren.
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Kommentare:
Michael, 11-05-09 16:53:
Macht so etwas auch Sinn in Mietswohnungen? Darf man da überhaupt nen Rauchmelder einbauen?
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