Baustoffe
Baumaterialien für ein perfektes Raumklima - Gesundes Zuhause ohne Giftcocktail
Andauernde Müdigkeit, Juckreiz, Übelkeit, häufige Kopfschmerzen, gereizte Augen oder Atemwegsinfekte: Die Ursachen für solche Symptome sind nicht selten in den heimischen vier Wänden zu suchen. Besonders für Allergiker kann der private Zufluchtsort zur quälenden Gesundheitsfalle werden. Doch das muss nicht sein: Es gibt zahlreiche gesunde Baumaterialien und Prüfzeichen, die Allergikern helfen, ihr Heim auch ohne Schutzanzug zu genießen.
Selbstverständlich können Gesundheitsstörungen viele Gründe haben. Ob häusliche Schadstoffe oder Allergene die Auslöser sind, muss deshalb im Einzelfall ein Facharzt prüfen. Tatsache aber ist: In vielen Räumen ist die Luftverschmutzung größer als an der nächsten Straßenkreuzung. Tabakrauch ist eine der Hauptquellen für Schadstoffe. Doch Krankmacher können auch in Baustoffen, im Wand- und Bodenbelag, in Farben und Lacken, Möbeln und Klebstoffen stecken. Zur großen Palette leicht flüchtiger chemischer Stoffe gehören beispielsweise Aldehyde oder Lösungsmittel wie aromatische Kohlenwasserstoffe oder Alkohole. Durch häufiges Stoßlüften lässt sich ihre Konzentration in der Raumluft immer wieder schnell senken.
Schwieriger wird's bei schwer flüchtigen Schadstoffen, die sich an der Oberfläche von Möbeln und Tapeten ablagern. Dazu zählen etwa polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Biozide und Flammschutzmittel wie polychlorierte Biphenyle (PCB). Zwar sind einige dieser Substanzen inzwischen verboten, doch wer sie einmal im Haus hat, wird sie mit Lüften allein nicht los.
Schimmel - der ungebetene Hausgast
Andere, nicht minder gefährliche Krankheitserreger kann auch der Gesetzgeber nicht verbieten: Schimmel und Hausstaubmilben stehen auf der Liste sensibilisierender Biostoffe ganz oben. Sie gedeihen besonders gut in warmer und feuchter Umgebung. Ein gutes Raumklima - also Temperaturen von 18 bis 21 Grad Celsius, eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent und einen stündlichen Raumluftwechsel - mögen sie dagegen nicht. Um Schimmel vorzubeugen, sollte man zudem auf Luftbefeuchter an Heizkörpern sowie auf Zimmerpflanzen in Erde verzichten. Möbel sollten nicht ohne Zwischenraum direkt an der Wand stehen. Gegen Milben ist ein milbendichter Matratzenüberzug im Bett, dem Lieblingsplatz der unliebsamen Mitbewohner, eine wirksame Erste-Hilfe-Maßnahme.
Wer neu baut oder renoviert ...
... holt sich potenzielle Krankmacher am besten gar nicht erst ins Haus. Wenn alle Bestandteile eines Hauses unter wohngesunden Gesichtspunkten ausgewählt werden, ist ein beschwerdefreier Alltag gesichert. Für die Wände kommen viele gesundheitlich (und ökologisch) unbedenkliche Baustoffe in Frage, darunter Ziegel- oder Kalksandstein, Porenbeton und natürlich Holz. Dieses klassische gesunde Naturmaterial ist allerdings nur unter der Voraussetzung zu empfehlen, dass weder chemische Holzschutzmittel noch eine lösemittelhaltige Versiegelung eingesetzt werden. Harzreiche Hölzer enthalten allerdings natürliche Lösungsmittel, so genannte Terpene, auf die manche Menschen allergisch reagieren.
Wer sie nicht verträgt, sollte sich für Buche, Ahorn, Eiche oder Kirsche entscheiden. Zur Wärmedämmung eignen sich Materialien wie Zellulose, Baum- und Schafwolle, Holzfasern, Hanf, Perlite oder Holzspäne. Wichtig ist vor allem ein atmungsaktiver, diffusionsoffener Wandaufbau, der den Wasserdampfgehalt der Innenluft regulieren hilft.
Besonders Ausbaumaterialien können die Luftfeuchte beeinflussen und damit, die richtige Wahl vorausgesetzt, das Raumklima entscheidend verbessern. Weil moderne Häuser in der Regel sehr luftdicht sind, sollte die Raumoberfläche in der Lage sein, überschüssige Feuchte aufzunehmen, wenn die Luftfeuchtigkeit vorübergehend ansteigt. Dafür geeignet, weil dampfregulierend, sind beispielsweise Lehmputze, Kalk und Gips. Zum Streichen der Wände sind die neuesten lösemittelfreien Dispersionsfarben ideal, die ohne Konservierungsstoffe hergestellt werden. Unbedenkliche Alternativen sind mineralische Wandfarben, Kasein- oder Leimfarben.
Schadstoffgeprüfte Materialien verwenden
Prinzipiell sollte man lösemittel-, weichmacher- und formaldehydfreie Produkte wählen, ob bei Tapeten, Farben oder Klebern. Wer Teppichböden oder Parkett flächig verklebt, sollte zu lösemittelfreien und emissionsarmen Klebern greifen, die sich übrigens auch für Kautschuk und Linoleum eignen. Beim Teppichboden empfiehlt es sich, schadstoffgeprüfte Naturmaterialien zu verwenden, etwa Sisal, Hanf, Jute, Ziegenhaar oder Schurwolle. Vorsicht: Wolle kann mit Pestiziden gegen Mottenfraß präpariert sein. Für Allergiker geeignet sind auch unversiegelte, naturgeölte Holzböden, Linoleum, Kork, Fliesen oder Stein. Gesundheitlich garantiert unbedenkliche Alternativen zum Verkleben: Teppichböden kann man verspannen, Parkett vernageln.
Gütezeichen und Umweltlabels
Informationen über die Inhaltsstoffe von Baumaterialien liefern eine ganze Reihe von Gütezeichen und Umweltlabels. Ihre Aussagekraft ist allerdings unterschiedlich gut. Die bekanntesten und verlässlichsten sind Der Blaue Engel des Bundesumweltamtes (der für eine bestimmte umwelt- oder gesundheitsrelevante Eigenschaft verliehen wird), das vom gleichnamigen Verband vergebene Natureplus (für Produkte, die zu mindestens 85 Prozent aus natürlichen Rohstoffen bestehen) und das IBR-Prüfsiegel des Instituts für Baubiologie Rosenheim (hierbei prüfen externe Labors die Verträglichkeit von Bauprodukten und Wandteilen prüfen). Bei anderen Prüfzeichen sollte man sich erkundigen, welche Stoffe auf welche Grenzwerte untersucht wurden und wer das Zeichen vergibt: Nicht hinter jedem Label stehen wirklich unabhängige Juroren.
Schwieriger wird's bei schwer flüchtigen Schadstoffen, die sich an der Oberfläche von Möbeln und Tapeten ablagern. Dazu zählen etwa polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Biozide und Flammschutzmittel wie polychlorierte Biphenyle (PCB). Zwar sind einige dieser Substanzen inzwischen verboten, doch wer sie einmal im Haus hat, wird sie mit Lüften allein nicht los.
Schimmel - der ungebetene Hausgast
Andere, nicht minder gefährliche Krankheitserreger kann auch der Gesetzgeber nicht verbieten: Schimmel und Hausstaubmilben stehen auf der Liste sensibilisierender Biostoffe ganz oben. Sie gedeihen besonders gut in warmer und feuchter Umgebung. Ein gutes Raumklima - also Temperaturen von 18 bis 21 Grad Celsius, eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent und einen stündlichen Raumluftwechsel - mögen sie dagegen nicht. Um Schimmel vorzubeugen, sollte man zudem auf Luftbefeuchter an Heizkörpern sowie auf Zimmerpflanzen in Erde verzichten. Möbel sollten nicht ohne Zwischenraum direkt an der Wand stehen. Gegen Milben ist ein milbendichter Matratzenüberzug im Bett, dem Lieblingsplatz der unliebsamen Mitbewohner, eine wirksame Erste-Hilfe-Maßnahme.
Wer neu baut oder renoviert ...
... holt sich potenzielle Krankmacher am besten gar nicht erst ins Haus. Wenn alle Bestandteile eines Hauses unter wohngesunden Gesichtspunkten ausgewählt werden, ist ein beschwerdefreier Alltag gesichert. Für die Wände kommen viele gesundheitlich (und ökologisch) unbedenkliche Baustoffe in Frage, darunter Ziegel- oder Kalksandstein, Porenbeton und natürlich Holz. Dieses klassische gesunde Naturmaterial ist allerdings nur unter der Voraussetzung zu empfehlen, dass weder chemische Holzschutzmittel noch eine lösemittelhaltige Versiegelung eingesetzt werden. Harzreiche Hölzer enthalten allerdings natürliche Lösungsmittel, so genannte Terpene, auf die manche Menschen allergisch reagieren.
Wer sie nicht verträgt, sollte sich für Buche, Ahorn, Eiche oder Kirsche entscheiden. Zur Wärmedämmung eignen sich Materialien wie Zellulose, Baum- und Schafwolle, Holzfasern, Hanf, Perlite oder Holzspäne. Wichtig ist vor allem ein atmungsaktiver, diffusionsoffener Wandaufbau, der den Wasserdampfgehalt der Innenluft regulieren hilft.
Besonders Ausbaumaterialien können die Luftfeuchte beeinflussen und damit, die richtige Wahl vorausgesetzt, das Raumklima entscheidend verbessern. Weil moderne Häuser in der Regel sehr luftdicht sind, sollte die Raumoberfläche in der Lage sein, überschüssige Feuchte aufzunehmen, wenn die Luftfeuchtigkeit vorübergehend ansteigt. Dafür geeignet, weil dampfregulierend, sind beispielsweise Lehmputze, Kalk und Gips. Zum Streichen der Wände sind die neuesten lösemittelfreien Dispersionsfarben ideal, die ohne Konservierungsstoffe hergestellt werden. Unbedenkliche Alternativen sind mineralische Wandfarben, Kasein- oder Leimfarben.
Schadstoffgeprüfte Materialien verwenden
Prinzipiell sollte man lösemittel-, weichmacher- und formaldehydfreie Produkte wählen, ob bei Tapeten, Farben oder Klebern. Wer Teppichböden oder Parkett flächig verklebt, sollte zu lösemittelfreien und emissionsarmen Klebern greifen, die sich übrigens auch für Kautschuk und Linoleum eignen. Beim Teppichboden empfiehlt es sich, schadstoffgeprüfte Naturmaterialien zu verwenden, etwa Sisal, Hanf, Jute, Ziegenhaar oder Schurwolle. Vorsicht: Wolle kann mit Pestiziden gegen Mottenfraß präpariert sein. Für Allergiker geeignet sind auch unversiegelte, naturgeölte Holzböden, Linoleum, Kork, Fliesen oder Stein. Gesundheitlich garantiert unbedenkliche Alternativen zum Verkleben: Teppichböden kann man verspannen, Parkett vernageln.
Gütezeichen und Umweltlabels
Informationen über die Inhaltsstoffe von Baumaterialien liefern eine ganze Reihe von Gütezeichen und Umweltlabels. Ihre Aussagekraft ist allerdings unterschiedlich gut. Die bekanntesten und verlässlichsten sind Der Blaue Engel des Bundesumweltamtes (der für eine bestimmte umwelt- oder gesundheitsrelevante Eigenschaft verliehen wird), das vom gleichnamigen Verband vergebene Natureplus (für Produkte, die zu mindestens 85 Prozent aus natürlichen Rohstoffen bestehen) und das IBR-Prüfsiegel des Instituts für Baubiologie Rosenheim (hierbei prüfen externe Labors die Verträglichkeit von Bauprodukten und Wandteilen prüfen). Bei anderen Prüfzeichen sollte man sich erkundigen, welche Stoffe auf welche Grenzwerte untersucht wurden und wer das Zeichen vergibt: Nicht hinter jedem Label stehen wirklich unabhängige Juroren.
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