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Beispielhaft meisterhaft

Generationswechsel im Handwerk kann so einfach sein - wie ein norddeutscher Dachdeckerbetrieb beweist.
Das Team von Hahn Bedachungen. Foto: Hahn Bedachungen
Ein Dachdeckerbetrieb vor den Toren Hannovers, 1925 gegründet, kontinuierliches Wachstum, guter Leumund, zufriedene private und gewerbliche Kunden – so weit so gut. Das Besondere: Gegenwärtig wird ein Generationswechsel an der Unternehmensspitze vorbereit, Nachfolgerin ihres Vaters ist die 26-jährige Dachdeckermeisterin Frauke Hahn.

 

Frauenquote

Zurzeit in aller Munde: die Diskussion um die Frauenquote in Chefetagen. Bis auf ganz wenige, wie die Telekom, winken die Unternehmen ab. Die EU will deshalb eine Frauenquote diktieren. Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hält eine gesetzliche Quotenregelung für die Ultima Ratio. Was daraus wird, bleibt abzuwarten. Ganz anders sieht das bei der Hahn Bedachungen GmbH mit Sitz in Seelze aus.

 

Der Betrieb wird heute in der dritten Generation von Dachdeckermeister Helmut Hahn geführt. „Wir sind ein klassischer Dachdeckerbetrieb und befassen uns mit allen Gegebenheiten, die ein Dach mit sich bringt“, beschreibt der Geschäftsführer das Leistungsspektrum. Rund 20 Mitarbeiter werden beschäftigt, davon zwei Meis­ter, die in das Tagesgeschäft eingebunden sind.

 

Nachwuchsförderung

„Wir engagieren uns stark in der Nachwuchsausbildung“, so Helmut Hahn. In der Regel lernen zwei junge Leute im Betrieb, die nach der Gesellenprüfung übernommen werden. „Damit erreichen wir sukzessive ein Verjüngung der Belegschaft“, erklärt Hahn.

 

Und wohlgeordnet, mit guter Zukunftsperspektive will der Inhaber den Betrieb an die nächste Generation weitergeben. Tochter Frauke hat sich sorgfältig darauf vorbereitet. Wie kam sie darauf, in Vaters Fußstapfen treten zu wollen? „Ich habe schon in der Schule als Berufswunsch immer Tierärztin oder Dachdeckerin angegeben“, sagt Frauke Hahn.

 

„Nach dem Abitur habe ich mich dann erst einmal für ein Praktikum entschieden, um mir ein Bild von der praktischen Arbeit machen zu können.“ Das gefiel ihr so gut, dass sie die Ausbildung im väterlichen Betrieb begann.

 

Auch in der Berufsschule und während der Meisterlehrgangs war sie die einzige Frau. „Die Lehrer haben immer gesagt, dass es durch die Anwesenheit einer Frau viel ruhiger zugeht“, so Frauke Hahn, die ihren Meister 2007 machte und Deutschlands jüngste Dachdeckermeisterin war. Negatives durch männliche Kollegen hat sie nicht erfahren.

 

Arbeitsteilung

„Wir haben uns jetzt die Aufgaben betriebsintern geteilt“, so Helmut Hahn. „Frauke ist zuständig für die Akquise, Bauleitung und Abrechnung.“ Dabei ist das Angebot breit angelegt: Reparaturen aller Art, Steil-, Flach-, Grün- und Schieferdächer, Dachausbau mit Fens­tern aller Art, Fassadenverkleidungen, Carports und Vordächer aus Holz, Altbausanierungen, Dachstühle, Dämmungen und vieles mehr. „Wir übernehmen die Aufträge, die kommen“, betont Helmut Hahn, „egal, ob es sich um eine komplette Dacherneuerung handelt oder um die Reparatur einer Dachrinne“.

 

Große Projekte im Neubaubereich waren in der letzten Zeit die Flachdachabdichtung von ­Vasati II für die Gartenheim Wohnungsgenossenschaft an der Hildesheimer Straße sowie die Dachabdichtung und großzügige Begrünung des VGH-Neubaus am Schiffgraben in Hannover.

 

Sanierung

Der Fokus hat sich in den letzten Jahren allerdings eher weg von den Neubauten auf die Sanierung verlagert. „Die Nachfrage im Privatkundenbereich ist seit dem letzten Sommer deutlich gestiegen“, hat Hahn festgestellt, „insbesondere was eine hochwertige Wärmedämmung angeht“.

 

Obwohl die Privatkunden oftmals in diesem Bereich nicht richtig gut informiert sind: „Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten und dem Kunden zeigen, was alles möglich ist und wie viel Energie und Geld er durch eine effektive Wärmedämmung sparen kann.“

 

Kraftwerke

Ganz andere „Kaliber“ waren da die Kraftwerksanlagen, die in Itzehoe und Rendsburg saniert wurden. „Das war insofern eine Herausforderung, als wir dort komplexe Richtlinien einhalten mussten“, betont Hahn.

 

Solar

Ein Geschäftsfeld, das der Betrieb zusätzlich auf- und ausbaut, ist die Installation von Solaranlagen. Beispielsweise wurden im Auftrag der Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen WGH, Hannover, Häuser mit einer 45-kWp-Photovoltaik­anlage ausgestattet. Aber auch im Privatbereich steigt die Nachfrage kontinuierlich. „Meistens wird dann ein Komplettpaket mit Solaranlage, Dämmung und Neueindeckung geschnürt“, sagt Hahn.

 

Künftig geht er davon aus, dass weniger Photovoltaik- und mehr Solarthermie-Anlagen in Auftrag gegeben werden. Ursache ist die geringere Photovoltaik-Förderung, die bald greifen wird.

 

Die Dachdecker-Innung

Für beide, Vater und Tochter Hahn, ist das Thema Innung wichtig. „Das ist eine gewachsene Tradition in unserem Haus, schon mein Großvater war Innungsmitglied“, sagt Helmut Hahn, der selbst seit über 15 Jahren dem Vorstand angehört. Ihm sind die konkreten Vorzüge der Verbandsarbeit wichtig: die Schulungen, die Unterstützung bei der Lehrlingsausbildung, das Aushandeln von Tarifen, aber auch der Kontakt zu den Kollegen.

 

Auch Frauke Hahn will der Innung in Zukunft die Treue halten, denn sie sieht auch für ein modernes Unternehmen Vorteile und eine Stärkung des eigenen Betriebes.

 

Schmu im Handwerk

Ein Dorn im Auge sind dem Fachmann die sogenannten „Dach- und Fassadenhaie“, die immer wieder ihr Unwesen treiben und falsche Versprechungen hinsichtlich Dachsanierungen machen. „Oftmals findet bei solchen Arbeiten ein gravierender Eingriff in die Bauphysik statt. Schwerwiegende Schäden sind die Folge.“

 

Deshalb: Besser gleich den Fachmann aus dem Dachdeckerhandwerk beauftragen, der weiß, was er tut!

 

Weitere Infos unter www.hahn-bedachungen.de
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