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Fassade / Außenbereich

Risse im Haus

Mal harmlos, mal gefährlich.
Risse im eigenen Wohnhaus beunruhigen viele Eigenheimbesitzer - und dass nicht erst seit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs. "Risse haben sehr unterschiedliche Ursachen", erläutert Reimund Stewen, Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB). "Erschütterungen, sich verändernde Grundwasserspiegel, der Bergbau wie auch problematische Böden, können Risse im Haus verursachen. Je nach Größe muss der Riss genauer untersucht werden, nach dem Befund richten sich dann Art und Umfang der Sanierung."

Harmlos sind so genannte Haarrisse. Darunter verstehen Bauexperten kleine feine Risse, die sich im Putz bilden. Sie dürfen allerdings nicht breiter werden als 0.2 Millimeter. Alles weiter aufklafft muss näher begutachtet werden. Haarrisse treten oft schon früh am neuen Gebäude auf. Meist handelt es sich um minimale Setz- oder Spannungsrisse, die entstehen, wenn der Putz ausgetrocknet oder wenn sich aneinander stoßende Bauteile bei Wärme unterschiedlich ausdehnen. Das kann beispielsweise bei eingespannten Treppenstufen passieren.

Weniger harmlos sind dagegen alle Risse über 0.2 Millimeter Breite. Wer solche Schäden im eigenen Haus entdeckt, der muss handeln. Er sollte umgehend einen Sachverständigen hinzuziehen und die Ursache für den Riss klären lassen. Der Experte untersucht den Riss. Dazu muss er den Putz an der Schadensstelle abklopfen und zunächst einmal prüfen, ob der Riss durch die betroffene Konstruktion hindurch geht, was auf gefährliche statische Probleme deuten würde. Weitere Rissursachen können in den unterschiedlichen Spannungen verschiedener Bauteile liegen. Denkbar als Ursachen sind auch Setzungen des Hauses oder die vorgesehene Belastung eines Bauteiles.

Zur Analyse des Schadens gehört auch die Beobachtung des Risses über eine bestimmte Zeit. Wie entwickelt er sich? Wird er breiter oder bleibt er wie er ist? Der Bausachverständige setzt dazu eine Gipsmarke auf den Riss. Der Gips ist starr und reagiert deshalb sofort auf jede Veränderung des Risses. Dann reißt die Markierung und zeigt dem Beobachter: Die Ursache des Problems ist nicht behoben.
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