
Energieeffizientes Wohnen senkt Erkältungsrisiko
Die Luftqualität wird maßgeblich bestimmt durch den Austausch von „verbrauchter“ und frischer Luft. In durchschnittlichen Wohnräumen müssten mindestens alle zwei Stunden die Fenster geöffnet werden, damit der CO2-Anteil den vom Bundesumweltamt ermittelten hygienischen Grenzwert (2000 ppm) nicht überschreitet. Sonst kann es zu einer Verlangsamung der Sauerstoffanreicherung im Blut kommen, was u. a. zu Kopfschmerzen, Konzentrationsschwächen und Müdigkeit führt. Darüber hinaus können sich Staub, Schadstoffe und Krankheitserreger in der Luft anreichern. Im Winter werden die Lüftungszyklen aufgrund der Kälte allerdings oft nicht eingehalten und gerade nachts bleiben die Fenster in vielen Haushalten geschlossen. Abhilfe schafft eine Lüftungsanlage, die einen gleichmäßigen Austausch automatisch regelt und die Raumluft durch Filter von Staub und Schadstoffen befreit. Gleichzeitig kann so die Umwelt entlastet und Betriebskosten gespart werden, erklärt Gebäude- und Raumklimaexperte Dipl.-Ing. Lars Rautenberg von Imvest Projektentwicklung: „In modernen und energetisch hocheffizienten Gebäuden, wo eine Lüftungsanlage ohnehin gängig ist, bietet es sich an, diese mit einer Wärmerückgewinnung zu koppeln, d. h. die Wärme der Abluft wird an die zugeführte Frischluft abgegeben. Eine zusätzliche Heizung ist dann nicht mehr notwendig, so dass sich auch Energieverbrauch und die damit anfallenden Kosten drastisch verringern – in sogenannten Passivhäusern um bis zu 90% gegenüber anderen Häusern“.
Für die Gesundheit ist allerdings neben der Luftqualität auch die relative Luftfeuchtigkeit von besonderer Bedeutung. Wenn die Schleimhäute und Atemwege austrocknen, können Fremdkörper schlechter abtransportiert und ausgesondert werden. Zudem wird die Verbreitung von Viren begünstigt. Diese Problematik besteht verstärkt in Räumlichkeiten mit herkömmlichen Radiatorheizungen. In Kombination mit Erregern, die durch abwechselndes Lüften und Heizen sowie der Strömung zwischen kalten Wänden und Heizkörpern aufgewirbelt werden, entsteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, das für die Winterzeit charakteristisch ist.
Mit vertretbarem Aufwand ein ideales Raumklima dauerhaft herzustellen, sei grundsätzlich auf „manuellem Wege“ ein äußerst schwieriges Unterfangen, so Lars Rautenberg. „Die besten Ergebnisse kann man hier in Passivhäusern erzielen, wo die Beschaffenheit der Raumluft vollständig über die Haustechnik geregelt werden kann. Wenn eine Feuchterückgewinnung im System integriert ist, hat man effektiv ein witterungsunabhängiges Raumklima. Dadurch können die gesundheitlichen Risiken der kalten Jahreszeit in den eigenen vier Wänden auf ein Minimum reduziert werden“, so der Experte von Imvest Projektentwicklung.

